Reiterbogen und koreanisches Bogenschießen Guk Gung

(Jens Werner) Um es vorweg zu nehmen, nicht alle kurzen Bögen sind “Reiterbögen“. Es gibt von Ungarn bis Fern-Ost bei allen Völkern kurze, für die Reiterei geeignete Bögen, die individuell an die Bedürfnisse, Traditionen  und Kampftechniken der einzelnen Volksgruppen angepasst  sind. Dies betrifft nicht nur die Geometrie des Bogens und die Griffform, sondern auch die Form des Daumenringes.  Da der Winkel der Sehne beim vollen Auszug des Bogens sehr spitz ist , ist ein spannen des Bogens mit drei Fingern, wie aus „Robin Hood“ Filmen bekannt, eher schlecht möglich. Diese „Daumentechnik“  gibt es in ebenso vielen Varianten ,wie es Reitervölker, die passenden Bögen und die dazu passenden Daumenringe gibt.  Es gibt nicht „die“  Daumentechnik. Mit der Daumentechnik ist , im Gegensatz zur mediterranen Technik (mit drei Fingern),  das schießen aus beinahe allen Positionen und  auch aus der Bewegung problemlos möglich.

Guk Gung (Weg des Bogens) ist die koreanische Form des Bogenschießens auf 145 m, die der Offiziersprüfung im alten Korea entstammt und an festgelegten Terminen auch bei uns geübt werden kann. Meine Filmempfehlung dazu: „War of the Arrows“. Natürlich kann mit jeder Daumentechnik auch auf beliebige Distanzen auf dem Platz und in der Halle oder im Parcour auf 3-D Ziele geübt werden. Gerne bin ich bereit, bei der Suche nach der individuellen Daumentechnik und dem passenden Daumenring behilflich zu sein , da ich auch jahrelang mit allen möglichen Daumenringen, meist aus meinem 3-D Drucker, am Boden und auf dem Pferderücken experimentiert habe.